Ablauf einer Verbindung

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Einleitung

Dieser Artikel beschreibt den für den Telex-Benutzer sichtbaren Teil zum gesamten Ablauf der Herstellung, Nutzung und Auflösung einer Verbindung und kann auch als "Anleitung" für korrekte Telex-Kommunikation verwendet werden.

Dabei gilt dieser Artikel sowohl für "eche" (historische) Fernschreib-Selbstwählnetze als auch für das i-Telex. Besonderheiten zum i-Telex sind in kusiver Schrift dargestellt.

Telex-Verbindungen sind generell direkt durchgeschaltete 1:1-Verbindungen (Leitungsvermittlung [1]), das heißt dass der Anrufer mit dem Angerufenen direkt verbunden wird und die Nachricht in Echtzeit übertragen wird. Gerade in Bezug auf Telex-Systeme gab es auch Speicher-Vermittlungen ("store-and-forward" [2]), die vergleichbar mit E-Mail-Systemen die Nachricht speicherten und (verzögert) dem Empfänger zustellten.

Verbindungsaufbau

Der Anrufer sucht zunächst aus entsprechenden Verzeichnisen die Rufnummer des gewünschten Empfängers. Im i-Telex können die verschiedenen Teilnehmer-Verzeichnisse verwendet werden.

Der Anrufer drückt am Fernschaltgerät seines Fernschreibers die Anruftaste. Mit Aufleuchten einer Lampe wird signalisiert, dass mit der Wahl der Rufnummer begonnen werden kann. Falls der Anrufer in einer Nebenstellenanlage ist, muss vor der eigentlichen Rufnummer die Amtsnummer gewählt werden. Da das i-Telex-System ebenfalls eine Nebenstellenanlage nachbildet, gilt dies auch hier. Die Rufnummer wird nun Ziffer für Ziffer gewählt, die Vermittlungsanlage baut daraufhin die Verbindung zum Emfpänger schrittweise auf. Im i-Telex wird die Rufnummer abweichend in der eigenen Anlage gespeichert, bis eine bekannte Rufnummer erkannt wurde.

Sobald die Verbindung zum Empfänger vollständig hergestellt ist, wird beim Empfänger der Fernschreiber ohne manuelle Mitwirkung aktiviert (geschaltet über das Fernschaltgerät). Auch beim Anrufer wird der Fernschreiber eingeschaltet. Im i-Telex sendet die Anlage des Empfängers im Regelfall das Datum und die Uhrzeit der Ortszeit an den Anrufer.

Laufende Verbindung

Der Anrufer drückt nun an seinem Fernschreiber die Ziffern-Umschaltung und die Taste "WerDa". Dies löst den Kennungsgeber des Empfänger-Fernschreibers aus. Dieser sendet eine Identifikation an den Anrufer der daraufhin vergleichen kann, ob tatsächlich der gewünschte Empfänger erreicht worden ist. Generell werden alle Eingaben und auch der Kennungsgeber zeitgleich an beiden Fernschreibern (Anrufer und Empfänger) ausgedruckt. Generell ist ab dem Zeitpunkt der Verbindungsherstellung die Verbindung "spiegelsymmetrisch".

Wenn tatsächlich der gewünschte Empfänger verbunden ist drückt der Absender an seinem Gerät die "Hier ist"-Taste. Diese löst den eigenen Kennungsgeber aus. Getrennt durch eine Leerzeile wird dann die Nachricht eingegeben. Am Zeilenende ist manuell eine neue Zeile zu beginnen, indem die Tasten "WR" und "ZL" bedient werden. Telex-typisch ist der Verzicht auf Höflichkeitsfloskeln in der Nachricht, allenfalls entsprechende Abkürzungen werden verwendet. Weiterhin ist es üblich, alle Zahlen und Eigennamen vor dem Ende der Nachricht zu wiederholen, um Übertragungsfehler erkennbar zu machen.

Abbau der Verbindung

Am Ende der Nachricht werden zunächst als Ende-Kennzeichnung drei Plus-Zeichen eingegegeben und die wiederum der eigene Kennungsgeber ausgelöst. Danach wird die Taste "WerDa" gedrückt; das erneute Empfangen der Kennungs des Empfängers bestätigt, dass die Verbindung nicht zwischenzeitlich unerkannt abgerissen ist. Zur optischen Trennung der Nachricht von der nächsten Nachricht sollten etwa 5 Leerzeilen (Zeilenvorschub) eingegeben werden. Zum Trennen der Verbindung ist die Schlusstaste am Fernschaltgerät zu drücken.

Dialog

Es ist auch möglich mit dem Empfänger in den Dialog zu treten. Dazu sollte zu Beginn der Nachricht einmal das Klingelzeichen ausgelöst werden um den Nutzer an den Empfangsfernschreiber heran zu rufen. Als Zeichen, dass der Schreiber nach Senden einer Frage auf die Antwort des Empfängers wartet (und selbst nicht mehr tippt) sollte die Kombination +? verwendet werden. Der Emfänger darf daraufhin schreiben und bestätigt das Ende seiner Antwort ebenso mit +?.

Fehlschlagende Verbindung

Wenn auf der Empfängerseite die Anlage nicht Empfangsbereit ist (besetzt oder gestört), so läuft beim Anrufer die Fernschreibmaschine kurz an und wird aber gleich wieder abgeschaltet. Im i-Telex wird im Regelfall hingegen eine kurze Meldung gedruckt (Anruf-Fehlercodes).

Anmerkungen

Die obigen Erläuterungen beziehen sich auf das Verfahren mit Nummernschalter-Wahl (Wählscheibe), bei Tastaturwahl sind Details abweichend vom beschriebenen Verfahren.